Lehrgrabung der Universität Freiburg am Römerbad

Das bereits als verschollen geglaubte römische Bad wurde im Jahre 2016 bei Aushubarbeiten nahe der Römerbadhalle wiederentdeckt. Es war dem West- oder Bürgkastell zugeordnet. Die darauf folgenden Sondierungen und Vorarbeiten im Frühjahr 2018 mündeten in einer Lehrgrabung der Universität Freiburg, die von Anfang September bis Anfang Oktober andauerte.

In Zusammenarbeit und enger Abstimmung mit dem Landesamt für Denkmalpflege und der Stadt Öhringen verfolgten die Freiburger Archäologen zum einen das Ziel, die historischen Grabungsaufzeichnungen des Hohenloher Archivars Christian Ernst Hanßelmann zum Römerbad aus dem Jahr 1770 zu überprüfen. Ebenso sollte die Grabung Erkenntnisse über die ursprüngliche Ausdehnung des etwa 1.800 Jahre alten Badegebäudes hervorbringen.

Nach dem Abschluss der Lehrgrabung wurde der Bereich wieder fach- und dekmalgerecht verfüllt. Dies dient der Sicherung der vielfältigen historischen Reste und Spuren des Bades, die von verputzten Mauerabschnitten, römischem Estrich bis zu Abschnitten von Wasserbecken, etc. reichen. Eine Gemme aus Karneol mit der Darstellung des Gottes Neptun wurde geborgen.

Es folgte die sorgfältige Dokumentation der Grabung, der Kartierungen und der Funde durch die Archäologen. Im Frühjahr 2019 wurden die neuen Erkenntnisse zum ehrwürdigen und auch in der Fachwelt sehr bekannten Öhringer Bad im Rahmen eines Vortrags öffentlich vorgestellt. Ob und in welcher Form vor Ort am Standort des römischen Badegebäudes Informationen in Form von Schautafeln, Nachbildungen von Mauerresten oder ähnlichem installiert werden, steht derzeit noch nicht fest.

Im Rahmen eines Vorort-Termins erhielten der Öhringer Gemeinderat und Verwaltungsmitarbeiter Ende September 2018 erste Einblicke in den Verlauf und die vorläufigen Erkenntnisse des Grabungsteams. Dr. Klaus Kortüm, Gebietsreferent des Landesamtes für Denkmalpflege und Archäologe ordnete das Römerbad Öhringen in seiner Bedeutung am Limes ein und erläuterte seine damalige Funktion und seinen Bezug zum nahe gelegenen Bürg-Kastell sehr anschaulich.

Dr. Alexander Heising, Professor für Provinzialrömische Archäologie an der Universität Freiburg, wies auf die Bedeutung des "Hanßelmanns Bad" in Fachkreisen hin und erläuterte die Ziele der Lehrgrabung. Grabungsleiterin und Archäologin Sarah Roth aus Freiburg gab den Stadträten Einblicke in den bisherigen Ablauf der Grabung und skizzierte erste, vorläufige Erkenntnisse anhand der freiliegenden Gebäudereste und Fundstücke. Teilweise noch vorhandener Putz an gut erhaltenen Mauerresten oder recht großflächig erhaltener römischer Estrich überraschten selbst die Archäologen.

 

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