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Friedrich-Krapf-Museum im Alten Rathaus

Ausdruck des Selbstbewusstseins der früheren Einwohner Jagsthausens ist das "Alte Rathaus". Zugleich zählt es zu den ältesten erhaltenen Rathäusern im Landkreis Heilbronn.

1513 erbaut, 1861 und letztmals 1982 renoviert, weist es einen reich verzierten Fachwerkgiebel auf. Heute beherbergt es die Gemeindebücherei und dient so immer noch den Bürgern Jagsthausens. Ebenfalls im Alten Rathaus untergebracht ist das Friedrich-Krapf-Museum.

Das Museum

Beständige Begleiter - Römische Keramik
Den Lebenslauf der Tonwaren im Leben der Menschen in römischer Zeit stellt das neu eingerichtete Museum in Jagsthausen dar. Anschaulich werden verschiedene Alltagsbereiche der Römer gezeigt, Illustrationen, Texte und Videoclips erläutern den Verwendungszweck, so dass ein Einblick in römisches Leben um 200 n. Chr. möglich wird.

Die Sammlung wurde bewahrt und archiviert von Gerhard Krapf, der sie von seinem Vater Friedrich übernommen hatte. Familie Krapf stellte sie als Dauerleihgabe zur Verfügung, um der Öffentlichkeit Zugang zu bieten und an den Sammler zu erinnern.

1910 bewarb sich Friedrich Krapf (*27.12.1885 in Eislingen) um die Schulleiterstelle in Jagsthausen, die zum letzten Mal noch über das Patronatsrecht durch die Herrschaft von Berlichingen verliehen wurde. Schon seit seiner Jugendzeit hatte ihn die Welt der Versteinerungen fasziniert. So konnte es kaum überraschen, dass ihn in Jagsthausen nicht nur die Muschelkalkformationen, sondern sehr bald auch die römischen Steine anzogen.

Wie in die Welt der Petrefakten arbeitete er sich auch in die Archäologie der Römerzeit mit wissenschaftlicher Akribie ein. Soweit sein Lehrerberuf, sein Organisten- und Chorleiteramt und seit 1912 nach der Heirat mit der Lehrertochter Julie Vögele aus Roigheim die Familie es zuließen, führte er bei anstehenden Neubauten im Ort und auf der Gemarkung auf den Feldern Grabungen durch, die er vertraglich regelte, selbst finanzierte und wissenschaftlich dokumentierte.

Dabei wuchs eine Sammlung römischer Keramik zusammen, die im Lande ihresgleichen sucht: Weinamphoren und Graburnen, Henkelkrüge und Reibschalen, Wasserleitungsröhren und feine Terra-Sigillata-Gefäße...

Dazu kommen 69 römische Münzen, Knochen, Gals-, Stein- und Metallfunde. Jedes Stück ist genau bezeichnet, Fundort und -umstände sind schriftlich niedergelegt, so dass noch heute die Forschung unter Einbeziehung neuerer Erkenntnisse den Krapfschen Fundus von mehr als 2000 Teilen wissenschaftlich verwerten kann. Da sich die provinzialrömische Archäologie inzwischen vor allem mit Alltag und Wirtschaft in Vicus und Kastell befasst, sind Friedrich Krapfs Befunde im Dorf und auf dem römischen Friedhof von anhaltender Bedeutung.

Die Besuche zahlreicher bekannter Forscher - Paret, Hertlein, Goessler ... - in der Lehrerwohnung in Jagsthausen belegen ebenso wie Veröffentlichungen in den "Fundberichten aus Schwaben", Zeitungen und schließlich zusammenfassend im "Neckarsulmer Heimatbuch", dass Friedrich Krapf 1928 vollendete, den Rang des Heimatforschers. Im gleichen Jahr bereits wurde seine Sammlung in das Denkmalbuch des Landes Württemberg eingetragen, bis heute gilt das von F. Krapf ausgegrabene Gräberfeld als größter erforschter römischer Friedhof am obergermanischen Limes.

Öffnungszeiten von April bis Oktober:
Jeden 1. Sonntag / Monat     15.00 - 17.00 Uhr
sowie nach Vereinbarung    Tel. 07943 / 9101-0

Eintritt frei

Besonders lohnend ist der Museumsbesuch in Verbindung mit dem Besuch des Freilichtmuseums Römerbad (frei zugänglich) und des Museums in der Götzenburg!

(Textquelle: www.jagsthausen.de)

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